18. November 2014

Aktuelle Studien haben untermauert, dass Bildung in Österreich vererbt wird. Je höher der Bildungsgrad der Eltern, desto besser der Ausbildungsabschluss der Kinder. Das österreichische Bildungssystem erschwert aufgrund der sehr frühen Selektion die Erreichung der Chancengleichheit. Bereits mit zehn Jahren, nach Abschluss der Grundschule, entscheidet sich in der Praxis oft der weitere Bildungs- und Karriereweg unserer Kinder. Eine moderne Schule sollte dazu beitragen, soziale Barrieren abzubauen und für Chancengleichheit zu sorgen. Die Gesamtschule ist in dieser Hinsicht hilfreich, da keine frühe Selektion stattfindet. Führt man eine gemeinsame Schule ein, muss diese aber auch mit neuen Inhalten und intern flexiblen Unterrichtsformen organisiert werden, um wirklich etwas verbessern zu können. Dafür braucht es vor allem mehr finanzielle Mittel. Es geht darum, Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen gezielt unterstützen zu können, gleichzeitig aber genügend Möglichkeiten zu schaffen, um Spitzenleistungen zu fördern. Ein solches Modell würde in weiterer Folge dazu beitragen, die soziale Durchmischung auch an Universitäten zu begünstigen und es damit erleichtern, sozial bestehende Ungleichheiten zu durchbrechen. Univ.Prof.Mag.Dr. Christoph Badelt, Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien (Fotocredit: Robert Pichler)

Kategorie: 
Bildungsbotschafter