27. Oktober 2014

In Österreich müssen alle Kinder ab dem 5.Lebensjahr den Kindergarten besuchen – sehr viele besuchen ihn jedoch schon ab dem 3. und manchmal auch schon ab dem 1.Lebensjahr. Das ist gut so. Die Zeiten, in denen Kinder eine Reihe von Geschwistern zu Hause hatten und in denen die Wohnumgebungen Spielmöglichkeiten ohne Ende geboten haben, sind längst Vergangenheit. Ebenso sind geduldige Großmütter und -väter, die Geschichten erzählen, Kuchen backen, Kaputtes reparieren, Musizieren und vieles andere mehr, eher eine Ausnahmeerscheinung. 

Dadurch entgehen vielen Kindern all jene Erfahrungen, die notwendig sind, um zu lernen, wie die Welt der Großen funktioniert - und viel zu viele Kinder erleben die ersten großen persönlichen Niederlagen mit dem Eintritt in die Schule. Diese Kinder erleben Lernen als Zwang verbunden mit Frustrationserlebnissen, denen sie mehr oder weniger erfolgreich auszuweichen versuchen. Die Sonderschule gilt dann als passender Ausweg. Damit bestätigt sich das, was BildungsforscherInnen  „vererbte Bildung“ nennen.

Aus diesem Grund brauchen wir gut ausgestattete Kindergärten und bestens ausgebildetes Personal, um jedem Kind einen guten Start in die Schule zu ermöglichen. 

Gestützt auf viele wissenschaftliche Studien und durch die Erfahrungen aus dem Ausland, fordern wir von der Plattform EduCare seit Jahren, dass der Kindergarten eine gleichwertige Bildungseinrichtung unter dem Dach des Bildungsministeriums wird und dass KindergartenpädagogInnen wie in allen anderen europäischen Ländern akademisch ausgebildet werden.

Mag. Dr. Heidemarie Lex-Nalis (Sprecherin der Plattform EduCare)

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Bildungsbotschafter