Bildungsarena „Sprint oder Langstrecke – Welchen Bildungsvisionen laufen wir nach?“

 Die Regierung sprintete bis zu ihrer Auflösung im April 2019  von einer Reform zur nächsten: Deutschförderklassen, Ethikunterricht, Ziffernnoten und ein Pädagogikpaket wurden präsentiert, die Lehrpläne werden überarbeitet. Aber wie sieht es – besonders angesichts der Neuwahl im Herbst – mit unseren langfristigen Visionen auf der Langstrecke aus? Für unsere Gesellschaft, Demokratie und den Standort ist es wichtig, dass das Bildungssystem Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der modernen Welt vorbereitet. Aber: von welchen Anforderungen sprechen wir da eigentlich? Und auf welche Bildung sollten junge Menschen Anspruch haben?

Unter Moderation von Manuela Raidl (Puls4) diskutierten Rebekka Dober (YEP – die Stimme der Jugend), Christian Friesl (Initiator NEUSTART SCHULE), Ulrike Greiner (Universität Salzburg), Ali Mahlodji (Unternehmer und EU-Jugendbotschafter) und Klemens Riegler-Picker (Sektionsleiter Allgemein- & Berufsbildung, BMBWF) mit OECD-Bildungsdirektor „Mr. PISA“ Andreas SchleicherAndreas Schleicher ist weltweit anerkannte Autorität in Sachen Bildungspolitik und hat Bildungsverantwortliche aus über 70 Ländern bei der Gestaltung und Umsetzung zukunftsweisender bildungspolitischer Maßnahmen begleitet. Die Gemeinsamkeiten erfolgreicher Schulsysteme trug er kürzlich in seinem Buch „Weltklasse – Schule für das 21. Jahrhundert gestalten“ zusammen und präsentierte im Rahmen einer NEUSTART SCHULE Bildungsarena drei prioritäre Handlungsfelder für Österreich:

1. Zielbestimmung klären: „Was wollen wir in 20-30 Jahren erreichen?“

Die leistungsfähigsten Bildungssysteme wissen genau, wo sie hinwollen. Sie setzen die besten Köpfe für den Lehrberuf ein und haben den Anspruch, Bildung strategisch und über Legislaturperioden hinweg zu gestalten. In Österreich ortet er eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, deren Wirkung sich nur dann entfalten könnte, wenn sie langfristig und kohärent ausgestaltet werden.

2. Mehr Raum für Arbeit im Team

Lehrkräfte in Österreich sind im internationalen Vergleich Einzelkämpfer, sie schauen wenig darauf, was in der Nachbarklasse oder gar in der Nachbarschule geschieht. Ein professioneller Austausch zwischen Lehrkräften und Schulen ist allerdings zentral, um gute Beispiele weiter zu entwickeln und sich gemeinsam zu professionalisieren.

3. Geld nicht in Strukturen binden

Österreich steht im OECD-Schnitt gut da, wenn es um Bildungsausgaben geht. Allerdings sind zu viele Mittel in festen Strukturen (etwa: Gehältern) gebunden, was inhaltliche Schwerpunktsetzungen erschwert. Man sollte dort investieren, wo die meiste Hebelwirkung zu erwarten ist – etwas in der Elementarbildung.

 

Die Veranstaltung zum Nachsehen gibt es hier

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