17. Dezember 2014

In der Evangelischen Schule Berlin Zentrum handeln wir nach dem Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, formuliert in der AGENDA 21. Unser Haus des Lernens baut auf vier gleichwertige Säulen: lernen Wissen zu erwerben, zu handeln, zusammen zu leben und zu sein. Unsere pädagogische Haltung: Jeder Mensch ist einzigartig! Der Mensch steht im Zentrum, Schüler sind Subjekte ihrer eigenen Lernprozesse. Unsere Schüler lernen jahrgangsgemischt in Lernbüros für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Natur & Gesellschaft. Hier werden die curricularen Basics eigenständig anhand von Bausteinen erarbeitet. Individualisierung ist möglich in Bezug auf Zeitintensität pro Fach, Komplexität, Sozialform. Die Schüler bestimmen den Zeitpunkt für ihre Leistungsnachweise selbst. Das bedeutet den mentalen Wandel von du sollst zu ich kann. Jede Woche finden außerdem fünf Stunden Projektarbeit statt, in denen Schüler im Klassenverband an einem fächerübergreifenden Projekt zusammenarbeiten. Jeder Schüler hat einen Tutor, der ihn im Lernprozess begleitet. Der Tutor ist Kern der Beziehungsarbeit: Er begleitet, gibt Rückmeldung, bietet eine feste Zeit im Stundenplan für persönliche Gespräche. Im Projekt Herausforderung suchen sich alle Schüler dreimal, im Jg. 8, 9 und 10, eine dreiwöchige Herausforderung außerhalb von Berlin, alleine oder in der Gruppe, mit 150,00 € Budget. Die Jugendlichen sollen dabei ihre Grenzen erfahren, sich erproben, sowie soziale, körperliche und entwicklungspsychologische Leistungen erbringen, auf die sie stolz sein können. Das Projekt bietet allen Jugendlichen die Möglichkeit, sich persönlich zu entwickeln und zu stärken. Lebenserfahrung und Lebensorientierung werden erlebbar. Hier lernen sie die Metakompetenzen, um innovative Gestalter ihrer Welt zu werden: Umgang mit Ungewissheit und Scheitern, Teamkompetenz, Kooperations- und Konfliktfähigkeit, Handlungskompetenz, Folgenabschätzung, Impulskontrolle, Selbstwirksamkeit werden gefördert. Zivilgesellschaftliches Engagement ist als Kernelement in der Schulkultur verankert. Im Projekt Verantwortung übernimmt jeder im Jg. 7 und 8 eine verantwortungs- volle Aufgabe im Gemeinwesen - Pflicht für alle, mit hohen Freiheitsgraden in der Wahl der Aufgabe. Die Schüler erleben sich als selbstwirksam. So werden Begegnungen möglich und es gibt eine echte Möglichkeit für das gegenseitige Verständnis aller Mitglieder unserer Gesellschaft. Das Zusammen Leben Lernen üben wir in den jahrgangsgemischten inklusiven Klassen, in Klassenstunden wie Klassenrat und soziales Lernen, in vielen Lernarrangements, in denen sich Kinder unterschiedlicher Klassen und Jahrgänge mischen. Ein Herzstück unserer Schulkultur der Gemeinschaft ist die Schulversammlung, mit der für uns jeden Freitag die Schulwoche endet. All diese Formate sollen zu einem Neudenken von Schule inspirieren. Ich wünsche mir, dass Schulen aus dem Verwaltungsdenken ausbrechen und ihre Freiheit, die sie bereits jetzt haben, nutzen und ihre Schule zu einer Schule der Potentialentfaltung umgestalten. Mit der esbz und der Initiative Schule im Aufbruch GmbH will ich Mut zum Handeln und Mut zum Träumen machen. Es ist Zeit für eine neue Vision von Schule! Margret Rasfeld , Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und Mitbegründerin der Initiative „Schule im Aufbruch“. (Fotocredit: Istock.com/yangwenshuang) Links: Die Evangelische Schule Berlin Zentrum: http://www.ev-schule-zentrum.de/index.php?id=aktuell Die Initiative Schule im Aufbruch gGmbH: http://schule-im-aufbruch.de Die Initiative in Österreich: http://www.schule-im-aufbruch.at

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Bildungsbotschafter