26. August 2016

Bildung für alle als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben – so hat es sich schon der deutsche Reformer Wilhelm von Humboldt im 19 Jahrhundert erträumt. Gerade im 21. Jahrhundert darf Humboldts Bestreben kein Traum bleiben, sondern muss ein Ziel werden, das wir tatsächlich erreichen und dem wir in der Schule mehr als nur ein Stück näher kommen.

Der Digitale Wandel darf auch vor dem Klassenzimmer nicht halt machen
Denn der Digitale Wandel wird den Arbeitsmarkt massiv verändern. Zahlreiche standardisierte Tätigkeiten werden automatisiert. Uns Menschen bleibt der „göttliche Funke“: die unfassbare Kreativleistung, das schöpferische Potenzial zu dem nur wir Menschen in der Lage sind und die einzigartige Fähigkeit Fragen zu stellen.

Um all diese Potenziale zu erschließen brauchen wir Bildung und Bildungszugang für alle. Denn nur so können wir jedem und jeder die Werkzeuge in die Hand drücken, mit denen man sich ein von Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung geprägtes Leben zusammenzimmern kann. Mit dem klaren Fokus für sich und andere Mehrwerte zu schaffen.

Wenn Vielfalt zum Problem wird
Formal haben wir in Österreich das Ziel des Bildungszugangs für alle in der Theorie erreicht. Ein „Problem“, das eigentlich eine Chance ist, bearbeiten wir damit aber nicht: nämlich die Vielfalt der zu unterrichtenden Schüler, mit unterschiedlichsten Biografien, Stärken und Schwächen. Diese Chance wird im analogen Klassenzimmer zum Problem. Bildungszugang für alle heisst deshalb heute leider in unserem System auch Nivellierung nach unten, Zeit und Geld in Schwächen investieren und viel Talent und Potenzial ungenutzt verkümmern lassen.

Digitale Lernspiele zeigen das Potenzial der Digitalisierung für die Bildung
Die gute Nachricht ist, dass wir dank der digitalen Revolution ein reelle Chance haben, das zu ändern. Digitale Lernspiele etwa zeigen, welche sinnvollen Ergänzungen die Digitalisierung für den Unterreicht bringen kann. Spielerisch wird Wissen vermittelt über ein Medium, mit dem Kinder so oder so gerne Zeit verbringen. Wer Fehler macht lernt im Spiel freiwillig daraus. Digitale Lernspiele können dazu beitragen, dass Bildungserfolg nicht mehr vom Elternhaus abhängt – und zwar in allen Altersklassen. Humboldt hätte das gefallen.

 

 

Mag. Elisabeth Mayerhofer
Geschäftsführerin
Mag. Elisabeth Mayerhofer studierte in Wien Politik- und Rechtswissenschaften. Nach ersten Berufserfahrungen im Energiesektor im In- und Ausland wechselte sie 2009 als persönliche Referentin des Generalsekretärs in den Österreichischen Wirtschaftsbund. Nach der Geburt ihres Sohnes übernahm die gebürtige Salzburgerin Geschäftsführung des Rudolf Sallinger Fonds und ist nun seit Mai 2015 auch Geschäftsführerin der Julius Raab Stiftung.

Julius Raab Stiftung
Die Julius Raab Stiftung ist einer der führendenThink-Tanks Österreich und gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bundes Gemeinnütziger Stiftungen. Ihrem unternehmerischen Selbstverständnis folgend sieht sie sich als Do-Tank. Sie will neue politische Ideen entwickeln, die Österreich positiv verändern sollen. Dabei orientieren sich die Denkansätze an klaren und zeitlosen Grundwerten. In der Tradition des Namensgebers wird das erfolgreiche Modell der Sozialen Marktwirtschaft zeitgemäß weitergedacht und an Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts angepasst.
http://www.juliusraabstiftung.at/

Kategorie: 
Bildungsbotschafter