01. April 2015

Unsere Schulen sind nicht in der Lage, mit den Gegebenheiten und Problemstellungen der Gegenwart fertig zu werden. Es gibt kaum ein westliches Land, in dem es so wenig soziale Durchlässigkeit gibt, wie in Österreich (vgl. OECD Studie: Bildung auf einen Blick 2014). Der Status der Eltern wird praktisch vererbt. Das heißt: Um die Kinder und Jugendlichen der Mittel- und Oberschicht müssen wir uns keine Sorgen machen. Sie werden auf allen Ebenen gefördert. Sie werden Uni-Abschlüsse machen, im Ausland studieren und genug Selbstvertrauen haben, um im Leben zurechtzukommen. Aber was uns Sorgen machen muss: es gibt immer mehr Kinder, mit denen unser Bildungssystem nicht zurechtkommen: Flüchtlingskinder, Migrantenkinder, Kinder aus sozial schwachen Familien mit arbeitslosen Eltern, Kinder, die keinen Schulabschluss machen, die am Arbeitsmarkt praktisch unvermittelbar sind. Das sind nicht wenige und es werden immer mehr. Es ist höchste Zeit, dass wir Schule neu denken! Bisher ging man davon aus, dass sich die Kinder ändern müssen, damit sie in die Institution Schule passen. Wir müssen aber umdenken: die Institution Schule muss sich ändern, damit sie für alle Kinder, egal welcher Herkunft, „barrierefrei“ zugänglich, effektiv und attraktiv wird. Dr. Elisabeth Menasse-Wiesbauer, Direktorin des ZOOM Kindermuseums (Fotocredit: J.J. Kucek)

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Bildungsbotschafter