Bildungsarena „Praxis-Check Regierungsprogramm“

Zum Start der neuen Legislaturperiode haben wir bei unserer Bildungsarena die bildungspolitischen Vorhaben der neuen Regierung unter die Lupe genommen: welche Ideen sind erfolgversprechend? Welche sorgen für Aufregung? Was ist neu und was bleibt gleich? Und: was braucht es eigentlich für gelingende Reformen? Unter Moderation von Lisa Nimmervoll (DerStandard) wurden am 3. März im Dachfoyer der Wiener Urania folgende Punkte diskutiert:
  • Bestandsaufnahme: Präsentation zentraler Reformvorhaben und Bewertung aus unterschiedlichen Perspektiven
  • Umsetzung: wie kann man das bestmögliche Ergebniss erzielen und auf welche Fallstricke ist zu achten? 
  • Ausblick: wo sind Prioritäten zu setzen? 

Am Podium diskutierten: 

  • Sibylle Hamann, Bildungssprecherin DIE GRÜNEN
  • Georg KapschInitiator NEUSTART SCHULE & Präsident der Industriellenvereinigung
  • Klemens Riegler-Picker, Sektionschef Allgemeinbildung BMBWF
  • Nicole Ruckser, Programmleitung Elementarbildung Teach For Austria
  • Katharina Soukup-Altrichter, Vorsitzende der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB) 

Schon bei der ersten Antwortrunde zeigte sich, dass in Bezug auf das türkis-grüne Bildungsprogramm eher Ernüchterung vorherrscht. Für Kapsch fehlt der „lang ersehnte bildungspolitische Ruck“ für das „zutiefst verpolitisierte“ Schulsystem in Österreich, für Soukup-Altrichter die Gesamtsicht und selbst Hamann, die das Programm mitverhandelt hat, bewertete es mit einem nüchternen „Ich stehe dazu“. Kritisiert wurde vor allem die fehlende Bildungsvision für das Land – eine unserer langjährigen Forderungen.

Bei einer interaktiven Umfrage wurde das Regierungsprogamm mit druchschnittlich 1,9 von 4 Sternen bewertet. Dies unterstreicht die allgemeine Stimmung und zeigt die Enttäuschung über die fehlende Vision. Oder wie Kapsch es beschreibt: „Wir müssen uns der Thematik mit einem deduktiven Ansatz nähern. Aber was machen wir in Österreich? Wir handeln induktiv und machen immer nur das, was am wenigsten Schmerzen verursacht.“ 

In der zweiten Publikumsumfrage konntet Ihr aussuchen welche Projekte für euch die höchste Priorität haben. Geführt haben „Supportpersonal an Schulen“ (54%), „Aufwertung der Elementarpädagogik“ (49%) und „Bildungsvision für Österreich“ (48%).

Erfreut zeigten sich auch die Diskutanten, dass die in der Umfrage auf Platz 2 gelandete Aufwertung der Elementarpädagogik nun endlich komme. Wichtig sei vor allem die Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen, betonte Nicole Ruckser.  Am Ende des Abends blieb der Eindruck, dass es echte, grundlegende Veränderungen im Bildungssystem wohl auch unter Türkis-Grün nicht geben wird.

Deshalb sind unsere Forderungen für die kommende Legislaturperiode so aktuell wie letztes Jahr anlässlich der Nationalratswahl:

  • Gemeinsame Ziele entwickeln.
  • Beste Bildung von Anfang an.
  • Verlässliche Grundbildung für alle.

Nachbericht im Standard [6.3.2020]: Auch unter Türkis-Grün gilt: Wieder kein bildungspolitischer Ruck
Die gesamte Veranstaltung zum Nachsehen gibt es hier.

(c) Neustart Schule / Katharina Schiffl

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